City Mission
Metro Manila, die Hauptstadt der Philippinen, hat neun bis zwölf Millionen Einwohner. Über die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Schätzungsweise leben und arbeiten 80 000 Kinder und Jugendliche auf den Straßen.Oft sind sie von zu Hause weggelaufen, weil sie unerwünscht waren, ihre Eltern sie nicht versorgen konnten oder sie sind sowieso auf der Straße geboren, weil ihre Eltern ebenfalls Straßenkinder sind. Es ist schwer, diesen Teufelskreis von Armut, Ablehnung und Disziplinlosigkeit zu durchbrechen. Viele berauschen sich mit Klebstoff, betteln, stehlen oder verkaufen ihren Körper, um zu überleben – ohne die geringste Hoffnung auf Veränderung. In den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der Kinderprostituierten mehr als verdoppelt.
Die City Mission ist ein Dienstzweig von HELP International Philippinen mit den Schwerpunkten in Straßenkinderarbeit und Evangelisation unter Drogenabhängigen und Prostituierten in Manila. Wir haben regelmäßig Einsätze auf der Straße, wo wir Straßenkinder und Drogenabhängige besuchen, ihnen zu Essen bringen und Freundschaften schließen.
Kids Church
Wir sammeln Kinder regelmäßig an die Kinder von der Straße oder aus sehr armen Verhältnissen und gestalten einen Kindergottesdienst für sie. Es gibt neben Liedern, Spielen, Gebet und einer Botschaft aus der Bibel auch eine Mahlzeit zum mitnehmen. Viele Kinder erleben, wie Gott ihre Gebete erhört, ihre Nöte kennt und ihnen hilft.
Neulich hörten wir folgende Geschichte:
Mary Grace, kennen wir, seitdem sie ein kleines Kind ist. Aufgewachsen ist sie in einer kinderreichen, sehr armen Familie. Sie hat schon früh gelernt, Verantwortung zu übernehmen. Seit Jahren kommt sie regelmäßig und treu zu unserer Kids-Church und sie möchte Jesus nachfolgen. Mit Hilfe unseres Schulpatenschaftsprogramms konnte sie im letzten Jahr erfolgreich die Schule abschließen. Leider konnte ihre Familie ihr keine Ausbildung ermöglichen, da diese hier viel Geld kosten. Somit ging Mary Grace als ungelernte Kraft arbeiten. Als Verkäuferin musste sie 12 Stunden am Tag arbeiten und bekam einen Tageslohn (!) von weniger als 2 Euro. Die Fahrtkosten abgezogen blieb ihr so gut wie nichts zum Leben und gefrustet hat sie den Job nach einigen Monaten aufgegeben. Vor kurzem kam sie dann nach der Kids-Church strahlend auf mich zu und erzählte mir begeistert: “Ich habe eine ganz tolle Arbeit gefunden. Der frühere Chef meiner Mutter (die Mutter arbeitete dort als Waschfrau) hat eine Sekretärin gesucht. Nachdem er keine gelernte Kraft gefunden hat, entschloss er sich, mich anzulernen. Nun arbeite ich im Büro, erledige Botengänge, lerne mit dem Computer zu arbeiten usw. Ich habe geregelte Arbeitszeiten und ein besseres Gehalt. Wenn mein Chef zufrieden mit mir ist, wird er mich anstellen.”Mary Grace ist überglücklich und Gott sehr dankbar, dass sie diesen Job unerwartet bekommen hat. Auch wir waren sehr ermutigt und freuen uns mit ihr.
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